
Der Irrweg der SUVs ist mittlerweile ‚common sense‘ geworden, manche brauchen etwas länger, oder müssen qua job so ein Auto fahren. (Hinten parkte eben die Geschichte hin, die aber mittlerweile stückzahlmässig gegen die SUVs verliert) Bis diese Autos verschwinden wird es aber noch dauern. „Der Weltmarkt! Die Kunden wollen es so!“ (Und die Produktionsanlagen sind noch nicht abgeschrieben)
Habe den ziemlich guten Wendelin Wiedeking noch im Ohr, wie er ein neues Modell ankündigt, ein „Sportliches Mehrzweckfahrzeug“. Zweck? Bei Porsche? Wie auch immer, heraus kam der Cayenne, der damals auch schon scheisse aussah, aber man hatte verstanden: Ohne die Kärren stirbt Porsche, und das wollten wir alle nicht, und Amis wollen solche Autos. Stimmrecht hatten wir eh keins, Vorzugsaktien eben, ausserdem hatten alle Hunger. Die Pausenwürstchen standen schon bereit. (Aus Solidarität hatte ich einige Jahre zuvor mal 10 Porsche-Aktien gekauft, hat ganz gut geklappt, schliesslich konnte ich die verkaufen und meiner Frau eine gebrauchte Uhr schenken.)
So nahm das Elend seinen Lauf. Ein Werk in Leipzig, die Zahlen steigen, aber auch der eigene Porsche. (Ein flacher natürlich, frei atmend, mit Klappdach, hach, der wird gehütet!) Elend? Achso, um mich ru m, wie heute morgen dieses Exemplar hier.
Kompliziert in einem gewagten Manöver hier abgestellt, immerhin hört sich die Karre noch nach was an, V8, solid. Der Besitzer windet sich aus dem Fahrersitz, er hatte ein Touchfeld berührt, die Feststellbremse zieht mit einem jaulenden Geräusch an. Er geht nach gegenüber, dort schmeckt ihm offenbar der Kaffee besser. Kennzeichen ES, Deutschlands reichster Landkreis. Verwirrend der Kennzeichenträger „Porsche Zentrum München Süd“. Vielleicht doch privat bezahlt? Ach was, Dienstwagenprivileg (nein, das ist KEIN linksgrünes framing), wahrscheinlich hatten die hiesigen Verteilstellen Lieferschwierigkeiten.
Zum Eigentlichen: Wie diese Autos Speckröllchen tragen! Oft wie ihre Besitzer, das eint Fahrer und Wagen. Wie das aber gestalterisch die Höhe des Autos versteckt, ein netter Nebeneffekt, und so schweben diese genialen Gefährte dann geradezu gezellenhaft über den Asphalt, auf Luftfedern, säuselnd im grossen Gang. Es säuselt auch die Sitzlüftung, die ihrerseits die Speckröllchen des Fahrers trocken hält, vielleicht säuselt auch die Beifahrerin, was auch immer, alles säuselt. Und die 165 Kilogramm Transportmasse, er 110, sie 55, sie wirkt im Volumen klein, in der Anmutung zierlich, geradezu zerbrechlich, daher auch der Panzerwagen, und genau deswegen sind sie genau so diese Autos.





















